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Hockey-Club Tuttlingen e.V.

Vom ersten Hockeyschläger zum Hockey-Club Tuttlingen

Ein Hockeyschläger. Ein paar gebrauchte Bälle. Eine Idee. Und die Frage: Warum gibt es eigentlich in Tuttlingen keinen Hockeyverein?

So unspektakulär begann die Geschichte des Tuttlinger Feldhockeys.

Heute ist Hockey in Tuttlingen längst angekommen. Kinder lernen hier ihre ersten Schlenzer, Jugendmannschaften kämpfen um Punkte und Meisterschaften, und deutsche Nachwuchsteams kommen in die Stadt, um um nationale Titel zu spielen.

Doch bis dahin war es ein weiter Weg.

Als Klaus Hammerl 2004 nach Tuttlingen kam, gab es hier weder eine Hockeyabteilung noch eine fertige Hockeyanlage. Was es gab, war seine Begeisterung für den Sport – und die Idee, Hockey auch in Tuttlingen heimisch zu machen.

Also begann die Suche: nach Menschen, die diese Begeisterung teilten, nach Material und nach allem, was man für den Start brauchte. Hallenbanden wurden gesucht, ebenso gebrauchte Hockeyschläger in allen Größen.

Aus einer Idee wurde eine Hockeygruppe. Und aus der Hockeygruppe schließlich eine Abteilung.

Von der Idee zur Abteilung

2009 wurde Hockey Bestandteil der TG Tuttlingen. In der Aufbauphase spielte neben Klaus Hammerl auch seine Ehefrau Laura Álvarez eine wichtige Rolle.

Spätestens Anfang der 2010er-Jahre waren die beiden das Gesicht der Tuttlinger Hockeyarbeit. Klaus Hammerl übernahm die Leitung der Abteilung, gemeinsam bauten sie Trainingsangebote für verschiedene Altersgruppen auf: für Fünf- und Sechsjährige, für Sieben- bis Neunjährige und zusätzlich für Eltern-Hockey.

Damit war aus der ursprünglichen Idee längst mehr geworden. Hockey wurde zum Kinder- und Familiensport.

Die ersten Kinder werden zu Mannschaften

Denn ein Hockeyverein lebt nicht von Schlägern und Bällen. Er lebt von Menschen – und vor allem von Kindern, die zum ersten Training kommen und wiederkommen.

Aus den ersten Trainingsgruppen entwickelten sich Mannschaften. Aus Mannschaften wurden Spielgemeinschaften und Wettkampfteams. Aus ersten Spielen wurden Turniere und Meisterschaftsrunden.

Und irgendwann standen die ersten Tuttlinger Nachwuchsspielerinnen und -spieler bei den Sportlerehrungen der Stadt auf der Bühne.

Die Hockeyarbeit war damit endgültig mehr als ein Hobby einiger Begeisterter geworden.

Eine neue Vereinsheimat

Im weiteren Verlauf wechselte die Hockeyabteilung ihre organisatorische Heimat und wurde beim TC Rot-Weiß Tuttlingen geführt. Der Vereinsname änderte sich, die Hockeyarbeit ging weiter.

Die inzwischen aufgebauten Kinder und Jugendlichen spielten weiter, neue Jahrgänge kamen hinzu. Eltern und ehrenamtliche Jugendliche hielten den Trainings- und Spielbetrieb am Laufen.

Wie erfolgreich sich die Nachwuchsarbeit entwickelt hatte, zeigen auch die Sportlerehrungen der Stadt Tuttlingen aus den Jahren 2018 und 2019.

Eine neue Generation übernimmt Verantwortung

Mit dem Wachstum des Hockeysports veränderte sich schließlich auch die Vereinsstruktur.

Einer der Namen, die für diese jüngere Entwicklungsphase stehen, ist Magnus Pinnekamp. Zunächst war er beim TC Rot-Weiß Tuttlingen als Sportvorstand Hockey aktiv. Seit September 2024 ist er Vorsitzender des Hockey-Club Tuttlingen.

Aus der Hockeyabteilung eines Mehrspartenvereins wurde ein eigenständiger Hockeyverein. Der organisatorische Übergang vollzog sich in den Jahren 2024 und 2025.

Vom gebrauchten Schläger zur Deutschen Meisterschaft

Wer sich die Anfänge vor Augen führt, erkennt erst, wie bemerkenswert diese Entwicklung ist.

2004 fehlten Spieler, Material und Strukturen. Heute ist Tuttlingen eine feste Adresse im Hockeysport.

Der HC Tuttlingen richtet große überregionale Veranstaltungen aus. 2025 wurde in Tuttlingen die Deutsche Meisterschaft der männlichen U16 ausgetragen. 2026 folgte die Deutsche Meisterschaft der weiblichen U18.

Aus der damaligen Suche nach gebrauchten Hockeyschlägern war eine Infrastruktur geworden, die deutschen Spitzennachwuchs nach Tuttlingen bringt.

2025 – Das „Goldene Feld“

Eine besondere Anerkennung folgte 2025: Der Deutsche Hockey-Bund verlieh dem HC Tuttlingen den Preis „Das Goldene Feld“.

Mit dieser Auszeichnung würdigt der DHB erfolgreiche Vereinsentwicklung, besonderes ehrenamtliches Engagement und erfolgreiche Jugendarbeit. Der DHB begründete die Auszeichnung mit der bemerkenswerten Entwicklung des Vereins und seinen verschiedenen Projekten, die dem Hockeysport im Süden Baden-Württembergs besondere Strahlkraft verleihen.

Für den HC Tuttlingen war das „Goldene Feld“ deshalb mehr als ein Pokal. Es war die sichtbare Bestätigung einer Entwicklung, die mehr als zwanzig Jahre zuvor mit einer einfachen Frage und einer großen Idee begonnen hatte.

Was bleibt?

Wenn man heute auf die Geschichte des Tuttlinger Feldhockeys zurückblickt, sieht man nicht nur Jahreszahlen und Vereinsnamen.

Man sieht einen Hockeyspieler, der sich 2004 fragte, warum es in Tuttlingen eigentlich keinen Hockeyverein gab.

Man sieht gebrauchte Schläger und die ersten Kinder, die ihre Bälle schlugen. Eltern, die ihre Kinder zum Training brachten und irgendwann selbst zum Hockeyschläger griffen. Trainer, die unzählige Stunden ehrenamtlich in der Halle und auf dem Platz verbrachten. Mannschaften, die ihre ersten Turniere spielten. Jugendliche, deren Namen später bei den Sportlerehrungen der Stadt Tuttlingen auftauchten.

Man sieht einen Verein, der seine Heimat wechselte.

Und schließlich einen eigenen Hockey-Club.

Und heute?

Heute ist Tuttlingen eine Hockeyadresse.

Hier beginnen Kinder ihre Hockeyreise. Jugendliche kämpfen um Meisterschaften. Deutsche Nachwuchsmannschaften kommen nach Tuttlingen, um um Titel zu spielen.

Und die Geschichte ist noch lange nicht zu Ende.

Der Hockey-Club Tuttlingen arbeitet daran, den Traum vom eigenen Hockeyplatz zu verwirklichen und ein Hockey-Kompetenzzentrum in der Region zu etablieren.

Vom ersten Hockeyschläger bis zum Hockey-Club – und von hier aus weiter.

Es bleibt spannend.

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